10. Mai
2014

Kurz und schmerzlos:
ich hab keine Lust mehr. Anderes ist einfach wichtiger und zum Thema „Laufen“ ist alles gesagt, was gesagt werden kann :-)

Bis irgendwann wieder!

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30. Apr
2014
titel-urlaub

Es ist ja immer das Gleiche: man stopft ambitioniert seine Laufsachen in den Koffer, weil man ja NATÜÜRLICH, auf JEEDEN Fall, AUUUCH im wohlverdienten Urlaub trainieren wird und was kommt dabei raus? Nix. Stattdessen hätte man mal besser ne zweite Badehose eingepackt.

Nun, ich hab's immerhin auf 1x Laufen in 10 Tagen geschafft. Einmal zehn schlappe Kilometer die andalusische Küste entlang. Zur Freude der anderen Touris die Hälfte davon im Regen.

Warum fällt's einem im Urlaub immer so schwer, sich aufzuraffen und trainieren zu gehen? Wär ja jedesmal ne nette Gelegenheit, neue Strecken zu erkunden und dabei (meist) gutes Wetter zu genießen.

Von allgemeiner Faulheit mal abgesehen, ist meine Ausrede tatsächlich die neue Strecke, mag sie noch so interessant sein. Man ist eben doch ein Gewohnheitstier und zu Schuhen, Hose und Laufkalender gehören eben auch vertraute Laufwege. Daher laufe ich im Urlaub eher selten.

Wie macht ihr das? Eher auf dem Strandtuch liegen oder unbekannte Gegenden auch mal laufend erkunden? Bleiben Laufklamotten vielleicht sogar zu Hause?

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24. Mrz
2014
titel-ausrede

Um mal nicht Laufen gehen zu müssen, stehen dem Läufer die gängigen Ausreden zur Verfügung:
keine Lust, keine Zeit, schlechtes Wetter, verletzt.

Keine Lust geht natürlich immer, aber eigentlich auch überhaupt nicht. Keine Zeit, nun ja, das würde ich gelten lassen. Mein ehemaliges Laufvorbild A.L. verwies hier immer gern auf einen gewissen Bundesaußenminister a.D., der es trotz seines aufreibenden Jobs vom Moppel zum Marathonläufer geschafft hat. Inzwischen ist er (der Ex-Außenminister) zwar wieder beim Moppel angekommen, aber „wenn der Zeit zum Trainieren hatte, dann ja wohl jeder!“.

Schlechtes Wetter gibt's nicht (kotz) – eine der blöderen Aussagen (gleich nach „der Weg ist das Ziel“), aber es stimmt. Bei 0 °C ziehe ich eben noch ein Shirt unters Shirt und Regen ist auch nur Wasser. Und Jaaa, verletzt ist man immer wieder mal, man soll es ja auch nicht übertreiben.

Meine Ausrede Entschuldigung der letzten drei Wochen: frisch tätowiert! Das ist zwar weit weniger spektakulär als „frisch operiert“ und erzeugt meist auch erst einmal ungläubige Blicke, aber es ist/war eben so. Ne großflächigere Tätowierung muss erstmal etwas heilen, bevor man sie Schweiß und zu viel Bewegung aussetzt. Natürlich hätten zwei Wochen Pause ausgereicht, aber man gewöhnt sich eben schnell ans Nichtstun.

Also gestern Abend erstmals seit genau 24 Tagen wieder raus, wohlwissend, dass es nach längeren Laufpausen nur Richtungen gibt: entweder es läuft oder eben nicht.
Kaum aus der Haustür getreten, verlangte mein kompletter Körper natürlich sofort das, was er die letzten Wochen freiwillig zugeführt bekam, nämlich Käse-Nachos mit Käsesauce, das ganze auf dem Sofa liegend, evtl. noch ein gekühltes Kölsch in Griffnähe. Dummerweise habe ich seit dem ersten Farbstich bei Miri nicht nur zwei Tuben Bepanthen aufgebraucht, sondern auch zwei Kilo zugelegt. Doch ich blieb hart, entschied mich kurz für links und lief los. Eine kurze Runde sollte ja machbar sein.

Und so war es dann auch. Ungewohnt kühl, doch es fühlte sich an wie immer. Wenn man seit mehreren Jahren läuft, dann schafft man einfach gewisse Strecken, ohne, dass man darüber nachdenken oder dafür trainieren muss. Bei mir heißt das: 10 gehen immer, für 15 muss ich mich anstrengen und 21 Kilometer sind gerade noch machbar – der Körper hat sich einfach daran gewöhnt, längere Strecken am Stück laufen zu können. Das tut gut und beruhigt irgendwie. So wie gestern Abend.

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3. Feb
2014
titel-nein-danke

Letzte Woche kam die Pressemitteilung vom Köln Marathon mit der vielversprechenden Überschrift „Gleiche Strecke – Neue Startzeit“ rein.
„Juju!“ war mein erster, „Nein danke“ mein letzter Gedanke. Denn natürlich war nicht die Rede von allen Läufen, sondern nur von der achso hocherhobenen – Hallelujah! – Königsdisziplin Marathon, deren Teilnehmer jetzt 90 Minuten früher, also um 10:00 Uhr starten dürfen.

Was hatte ich mich über die Entscheidung, die Inline-Skater rauszuwerfen nicht mehr teilnehmen zu lassen, gefreut – ich wusste eh noch nie, was diese rollenden Knieschoner bei einer Laufveranstaltung zu suchen haben. In meiner Naivität dachte ich nämlich, dass damit der Halbmarathon etwas nach hinten geschoben werden kann. Aber nein, auch in diesem Jahr wird die überragende Mehrheit der Läufer ignoriert. Sie dürfen wieder schön um 8:30 Uhr an den Start, womit alle, die nicht gerade in Deutz wohnen, frühmorgens im Dunkeln mit dem völlig überforderten KVB-Nahverkehr anreisen können. Danke.

„Wir wollen die Marathondisziplin weiter stärken“, meint ein Geschäftsführer einer Veranstaltungs GmbH.
„Sch... auf die Marathondisziplin“, meint ein williger Halbmarathonläufer.

Ich bin mir sicher, dass die Teilnehmerzahlen der halben Marathonis weiter steigen werden, obwohl sie vom Veranstalter offensichtlich nicht erwünscht sind, denn MARATHON heißt das schlagkräftige Werbewort in der Flut konkurrierender Laufveranstaltungen. Nur ein Marathonläufer ist ein angesehener Läufer.
Dass sich die Mehrheit weder das dazugehörige Training noch die 42 Kilometer antun will, wird von den Veranstaltern mal schön zur Seite geschoben, schließlich profitieren die ja trotzdem vom prestigeträchtigen Gesamtpaket, zu welchem neuerdings die unglaubliche Innovation „Zieleinlauf am Dom“ zählt.

Ja, ich bin neidisch auf die Kölner Marathonläufer, nicht weil ich deren Leistungen als übermenschlich einstufe, denn einen Marathon hab ich auch schon geschafft (in Köln übrigens), sondern einfach deshalb, weil Ihnen seitens der Öffentlichkeit und des Veranstalters viel mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird und sie am Wettkampftag später aufstehen können.

Ich hab keinen Bock mehr darauf, dass die seit Jahren zunehmende Gruppe der Halbmarathonläufer weiterhin belächelt wird, weil sie ja nur die halbe Strecke schaffen. Für mich ist dieses Ungleichgewicht in Verbindung mit dem ganzen Trara drumherum (Dom, Dom und nochmal Dom) und Fehlorganisation im Start-/Zielbereich Grund genug, meine fest geplante Teilnahme beim Kölner Marthon 2014 zu streichen.
Schade, denn die Strecke ist lauftechnisch anspruchslos und das karnvelaserprobte Publikum auch früh am Morgen einfach super. Neben dem Kölner Brückenlauf fliegt damit bereits der zweite lokale Wettkampf aus meinem persönlichen Kalender – es gibt schlicht interessantere Läufe.

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titel-cep

Wenn Pferde fluchtartig da­von­ga­lop­pie­ren, Schafe während des Grasfressens erstarren und ältere Damen ungläubig bis kopfschüttelnd die Fenster schließen, dann ist auf dem sonst so friedlichen Land mal wieder der bekloppte joggende Kleinstadtmensch unterwegs.

Eingepackt in Seide-Merino-Überhemd, professionell gefaltetem Kopftuch und Wind-Stopper-Handschuhen trotzte er zu Jahresbeginn auf immerhin 550 Höhenmetern den gefühlten Minustemperaturen des Alpenvorlands. Für warme Füße sollten die Thermo Socks von CEP sorgen, die mir freundlicherweise von deren Internetagentur Votum zur Verfügung gestellt wurden.

Moderne leichte luftdurchlässige Laufschuhe haben einen blöden Nachteil:
im Winter frieren einem schnell die Zehen ab. Da helfen eigentlich nur von Oma liebevoll gestrickte Wollsocken, wenn ... ja wenn man damit in die Schuhe passen würde. Bleibt wieder mal nur Hightech in Form komprimierender Mikrofaserstrümpfen übrig, denn die Thermo Socks halten nicht nur Zehen warm, sondern auch die Waden straff.

Wie immer bei Kompressionsstrümpfen erfordert das Überziehen gemäßigten Krafteinsatz, aber wenn die CEP dann mal sitzen, sitzen sie auch. Kein Gekrumpfe, keine Falte, vom kleinen Zeh bis kurz unters Knie sitzt alles an der richtigen Stelle.
Die Komprimierung ist nicht ganz so presswurstig wie bei den richtigen, aber deutlich spürbar. Und obwohl sie materialbedingt dicker als normale Laufsocken sind, passen sie noch bequem in meine Schuhe.

Im sog. Winter angekommen machen die langen Socken dann auch genau das, was auch Opas lange Unterhosen machen: sie halten warm. Punkt.

Mehr gibt's da eigentlich nicht zu sagen. Zwar ist es inzwischen eher Frühling, aber die Thermo Socks sind für mich ab jetzt die idealen Fußbegleiter bei Läufen um die Null Grad Celsius. Sei noch der stolze Preis erwähnt: 50,- Euro und damit wahrscheinlich nicht jedermanns Sache.

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21. Dez
2013
titel-in-erinnerung-2013

Vor vier Jahren kam unser kleiner Sohn Elias zur Welt – alles Liebe zum Geburtstag.

Vier Jahre. „Schon vier Jahre“, sage ich manchmal. Unfassbar, wie die Zeit vergeht.

Vor vier Jahren kam unser kleiner Sohn Elias zur Welt – er kam und ging ganz leise.

Lola ist nun zweieinhalb und nach eigener unerschrocken überzeugter Aussage schon längst „ein großes Mädchen“. Wenn ich sie so rumrennen sehe, frage ich mich, was für ein Kind er jetzt wohl wäre. Hätte er das fordernde Temperament seiner Schwester oder wäre er eher, wie sein Vater, ein ruhigeres Kind geworden? Würden nun kleine Bagger den Wohnzimmerboden bewohnen, statt einer sorgsam eingewickelten Puppe?

Vor vier Jahren kam unser kleiner Sohn Elias zur Welt – manchmal fehlt er uns.

Wahrscheinlich sind andere Menschen der Meinung, dass es an der Zeit wäre, endgültig loszulassen oder ihn sogar zu vergessen, da er ja gar nicht richtig bei uns war. Doch Jane brachte ihn in einer verschneiten Winternacht zur Welt und er lag in meiner Hand. Er war von der ersten Sekunde an da und ist es noch immer. Für immer.

Vor vier Jahren kam unser kleiner Sohn Elias zur Welt.

Ruhige Feiertage an alle Leser.

Kein
Kommentar möglich
18. Dez
2013
titel-luftlos

Die Luft ist raus. Nicht nur aus dem Hinterrad meines schändlich verwaisten, im Keller stehenden Mountainbikes, sondern aus allem. Standen im Oktober 100 Kilometer auf dem Tacho, habe ich letzten Monat genau sieben hinter mich gebracht. Von wegen Läufer ...

Sogar den traditionellen Jahresabschluss namens Nikolauslauf hab ich abgesagt und durch die schnöde Firmenweihnachtsfeier ersetzt. Da kann man schon mal den überschaubaren Rückblick verfassen, gibt ja auch schon seit Monaten Lebkuchen zu kaufen.

Was also hat das Jahr gebracht? Lauftechnisch gesehen.

Sechs Wettkämpfe, drei davon über 20 Kilometer, zwei Verletzungen, ein verpasstes Zeitziel. Zufrieden.
Ein Paar Laufschuhe, zwei Shirts, ne GPS-Uhr und eine Wildcard gesponsert bekommen. Nett.
Ansonsten 28 Artikel verfasst und Redesign des Blogs entworfen und umgesetzt. Schön.

Insgesamt bin ich zufrieden, Laufen machte wieder Spaß und ich habe gelernt, konstanter zu trainieren und trotz Verletzungen dran zu bleiben.

2014?

Sechs Wettkämpfe stehen bereits im Kalender, mal sehen, was daraus wird. Die Zielzeit „HM unter zwei Stunden“ muss natürlich noch geknackt werden und ich brauch unbedingt mal wieder ein Paar neue Laufschuhe. Ach ja, fünf Kilo abnehmen ...

Und den Rest des Jahres?

Da gibt's einiges: Laufsocken farblich sortieren, Glühwein trinken, den ein oder anderen sinnfreien Blogartikel schreiben und 2x wöchentlich familienkompatibel trainieren.

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28. Nov
2013
titel-smr-2014

Bei welcher unmenschlichen Selbstbestrafungsveranstaltung darf Mann und Frau jedes Jahr beweisen, welch harte Sau in ihm und ihr steckt?
Nein, ich meine nicht das Neujahrskonzert von André Rieu, sondern natürlich den Fisherman's Friend StrongmanRun.

Wildcard sei Dank, geht's am 10. Mai zusammen mit weiteren 13.000 Neandertalern durch Schlamm, Dreck und eiskaltes Wasser, über bekloppte Hindernisse und nochmal durch Schlamm, der ganze Spaß über 24 Kilometer verteilt.
Erinnert mich ein bisschen an meine glorreiche Bundeswehrzeit, nur dass ich da noch einen Rucksack und ein vier Kilo schweres G3 rumtragen durfte.

Also, ich zieh dann mal meine ältesten Schuhe an und mach mich auf die Suche nach meinem persönlichen Trainings-Schlammloch.

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titel-einen-tag-femdgegangen

Ein Beitrag, der nur sehr wenig bis nichts mit Laufen, aber viel mit mir zu tun hat und so mancher, der mich kennt, wird es kaum glauben können:
ich hab mein iPhone ausgemustert UND! ... jetzt kommt der Brüller ... gegen ein Nokia Lumia 925 mit Windows Phone als Betriebssystem drauf ausgetauscht.

Na ja, so hätte dieser Artikel beginnen können, es kam aber leider ganz anders.

Im Sommer 1997 kam ich erstmals mit Apple in Berührung. Auf einem Apple-Klon unter MacOS 7 waren Photoshop und QuarkXpress in den Versionen 3 meine Werkzeuge im neu eingerichteten digitalen Fotostudio. Und seither habe ich die komplette Entwicklung und ziemlich viele Produkte von Apple mit- und durchgemacht:
PowerMac G3, iMac G4, iBook, MacBook, MacBook Pro, iPod Shuffle, iPod Nano, iPad und eben iPhones. Unzählige Betriebssystemupgrades, endlose Einschränkungen und Tausende Euros – egal, ich blieb der Firma treu.

Das berühmte überlaufende Fass

Doch nun sollte Schluss sein, zumindest in der einen Hälfte meines digitalen Lebens, denn Zuhause werde ich meinem MacBook Pro mit momentan OS X 10.9 weiterhin treu bleiben – hier ist Apple das unerreichte Maß der Dinge. Doch mit iOS 7 und den aktuellen iPhones 5s war in meinen Augen die Wand am Ende der mobilen Sackgasse erreicht.
Da gibt's vieles was mich nervt, vom schrecklichen Displaymaß im Verhältnis 1:1,77, über weiterhin fehlende bzw. schlechte bis unzureichende Funktionen (ungenutzter Sperrbildschirm, lächerliche Mitteilungszentrale, ...), bis hin zur Preispolitik. Man muss sich mal vorstellen, was alles zusammen kommen muss, damit ein seit über 15 Jahren treuer Kunde seiner Marke den Hintern zuwenden wollte!

Objekt der Begierde

Jetzt also Nokia und der Ex-Erzfeind Microsoft. Zum einen ebenbürtige Hardware und die Möglichkeit aus einer Vielzahl an Geräten auswählen zu können, zum anderen ein modernes Betriebssystem, mit einer konkurrenzlos schicken Oberfläche, welches tatsächlich einfach zu bedienen und gleichzeitig sehr schnell ist.
Ich wusste, dass ich mit neuen Einschränkungen und Umständlichkeiten leben muss, denn liebgewonnene Apps sehen entweder anders aus, oder sind in ihren Funktionen stark beschnitten oder (meist der Fall) sind schlicht nicht vorhanden. Oder, dass die Synchronisierung von Adressbuch und Kalender zwischen Mac und Window Phone der blanke Horror an Umwegen nicht zu überbieten sein würde. Alles kein Problem, da wird man sich schon dran gewöhnen.

Liebe auf den ersten Blick? Nun ja. 4,5" bieten natürlich etwas mehr als die zarten 3,5" des in der Ecke schmollenden iPhone 4, aber für meine kleinen Hände gerade noch nutzbar. Doch die Rückseite ist rutschig und jedesmal, wenn ich etwas fester zupackte, drückte ich einen der Knöpfe an der Seite, was ungewollte Aktionen auslöste. Also nicht so stürmisch rangehen.

Wenn aber die 2. Begegnung (hier dummerweise der 2. Systemstart) mit einem Hänger Bluescreen endet, dann weiß man: das wird eigentlich nix mehr. Doch man will ja auch nicht gleich aufgeben – also dritter Anlauf.

Der Startbildschirm mit den berühmten Windows-Kacheln. So, und nicht anders, müssen Apps organisiert sein! Übersichtlich, gestalt- und anpassbar, schick. Doch wie bei Autos, die von hinten meist so aussehen, als ob die Designer bereits beim 3. Feierabendbier angekommen wären, sieht es bei Windows Phone einen Wisch nach rechts zur Komplett-Übersicht und auch innerhalb der System-Anwendungen aus. Grausam!
Alle Apps und Einstellungen alphabetisch sortiert, gefangen im endlosen Scroll nach unten. Einzelne Punkte in den Einstellungen dann weder alphabetisch noch inhaltlich sortiert, sondern anscheinend am Microsoft-Stammtisch gewürfelt.
Überschriften innerhalb der Systemprogramme, die in der Breite über den Bildschirm hinausgehen und von denen man nicht weiß: Sind's nur Überschriften? Kann man draufklicken? Angesagtes Flat-Design leider auf die nutzerunfreundliche Spitze getrieben. Dann doch lieber iOS 7, bei dem der Designer zwar kein Gespür für Typo zeigte, aber wenigstens nicht farbenblind war.

Schieberegler scheinen nicht zu existieren, Einstellungen werden nach dem Format kalt-mittel-heiß vorgenommen. Kalender? Unbrauchbar. E-Mail-Konten? Unzureichend. App Store? Unübersichtlich. Und wieso verschwinden eigentlich die Icons für WiFi und Co. immer wieder?
Da helfen auch ruckellose, sauschnelle Reaktionen, die tollen kostenlosen Apps von Nokia und eine überragende Kamera nicht über das optisch-funktionelle Elend hinweg.

Schnelle Trennung

Ich wollte es vorab nicht wahrhaben und habe mich durch Nokia und die schicken Kacheln blenden lassen. Doch es tut mir leid, liebe Microsoft-Freunde, zum aktuellen Stand ist euer mobiles Betriebssystem leider nicht brauchbar. Und ich hab's ehrlich versucht, ohne zu große Ansprüche, bereit Abstriche (und den Hohn der Kollegen) hinzunehmen.
Vielleicht sehe ich nochmal in vier, fünf Jahren vorbei, wenn mal wieder ein neues Smartphone anstehen sollte.

 

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19. Nov
2013
titel-schmerzhafte-begegnung

Seit heute weiß ich es:
des Läufers schlimmster Feind ist nicht etwa der frei laufende, schlecht erzogene Hund, nein es ist der nicht reflektierende Poller. Mann gegen Stahl, genauer Testiculus humana versus Columella ferrum oder der gute alte Tritt in die Weichteile.

Egal ob menschliches oder technisches Versagen, es war eine ebenso unverhoffte wie unerwünschte und vor allem schmerzhafte Begegnung in ca. 80 Zentimetern Höhe kurz vor Ende der nächtlichen Trainingsrunde. Jeder Mann weiß, was innerhalb weniger Millisekunden folgt:
aufsteigende Übelkeit, ersticktes Röcheln, Atemnot, zitternde und schließlich nachgebende Knie, eine beginnende Ohnmacht, Nahtoderfahrung, der schlichte Wunsch nach Erlösung.

Ein paar Minuten und 200 Millionen tote Spermien später ging's weiter. Nur etwas langsamer als sonst.

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titel-marathon-koeln-2013

Ein Rückblick in Kilometern:

... Kilometer Minus 17
Regen prasselt auf's Dachfenster. „Na toll“, denke ich und stehe um 6:05 Uhr in tiefster Dunkelheit auf.

... Kilometer Minus 16
„Menschen, die mit Plastiktüten auf die Bahn warten“ – mit mir stehen weitere vier Halbmarathonläufer auf dem Bahnsteig. Es ist 7:03 Uhr. Man grüßt sich unbekannterweise aber im Geiste vereint.

... Kilometer Minus 0,5
Die kaum überfüllte Bahn (haha) kommt mit kaum Verspätung (haha) an. Menschenmassen strömen auf den Startbereich und die LKWs zur Kleiderbeutelabgabe zu. Aus den Lautsprechern kommen einem bereits die Schlappen Hosen mit Angela Merkels Lieblingssong entgegen – Düsseldorf in Köln, da kotzt der Lokalpatriot.

... Kilometer 0
Oranger Startbereich und damit wenigstens nicht letzter. Es ist affenkalt und ich zweifle bereits meine Entscheidung, kurzärmlig zu laufen, an. Wenigstens hat's aufgehört zu regnen. Warum muss eigentlich die überragende Mehrheit an Läufern schon um 8:30 Uhr am Start stehen? Nur damit die Rollschuhfahrer mitspielen dürfen?

... Kilometer 1
Mist, ich muss jetzt schon auf's Klo, doch der nächste freie Baum ist erst in 4.000 Metern in Sicht. Blasenkneifen und weiter.

... Kilometer 6
*EINMINÜTIGESSTILLESFLUCHEN* – ein plötzlicher Schmerz im linken Unterschenkel, der sich genauso wie ne beginnende Muskelzerrung anfühlt. Supi. Lief bisher alles top, muss ich jetzt mein Tempo drosseln. Nebenher überlege ich mir, ob ich gleich aufgeben, in die Straßenbahn steigen und zum Ziel fahren soll.

... Kilometer 8
Boah, jetzt ein Croissant mit Käffchen ...

... Kilometer 12,5
Yeah! Jubelnde Zuschauermassen bilden eine enge Gasse von der Richard-Wagner bis zum Hohenzollernring. Es zwickt, läuft aber.

... Kilometer 16
So, die Sache ist gegessen und ich weiß, dass ich das Ziel auf jeden Fall erreichen werde. Die mutige Entscheidung zur Kurzärmligkeit war übrigens die richtige.

... Kilometer 20
Jetzt noch ein Schlenker links in die Fußgängerzone Richtung Dom. Schxxx Kopfsteinpflaster.

... Kilometer 21
Ey, wo war die Kirche? Von wegen Zieleinlauf mit Dom! Egal, ich bin in einer für mich respektablen Zeit angekommen.

... Kilometer Plus 0,5
Eben die hässlichste Medaille ever umgehängt bekommen, dabei wäre mir ne Plastikfolie als Kälteschutz lieber gewesen, aber die gibt's nur an den Rändern, gefühlte 1.000 Mitläufer neben mir. Und wer auch immer auf die Idee gekommen ist, Verpflegungsstände nur auf einer Seite aufzubauen – Respekt! Mal überhaupt nicht nachgedacht.
Ich schleiche erstmal weiter, kämpfe mich zu den Quarkbällchen und Laugenstangen vor und ergattere am letzten Stand vor dem Ausgang wenigstens noch ne Cola.

... Kilometer Plus 1
Dank Startnummer 24.955 steht mein Kleiderbeutelzelt ganz hinten. Quasi unbewacht, denn man darf sich seinen Kram selbst suchen. Noch so ne Top-Idee.

... Kilometer Plus 3
Juhu! Ich hab ne Straßenbahn bis vor die Haustür erwischt.

... Kilometer Plus 17
Pizza bestellt.

2
7. Okt
2013
titel-nachtlauf

Überwindung. Es ist schon nach acht und es kostet mich einfach Überwindung noch einmal raus zu gehen. In die Kälte. In die Dunkelheit. Die Beine wollen nicht, aber mein Kopf und mein Plan verlangen, dass ich raus muss.

Hose, Shirt und Schuhe an, die Stirnlampe nicht vergessen. Tür auf, kalter Wind empfängt mich und die zwanzig Sekunden, die meine Uhr für die Verbindung zum Satelliten benötigt, kommen mir ewig vor.
Die kleine Gruppe an der Tanke gegenüber lacht und zieht mit einem Sixpack weiter. Wär mir jetzt auch lieber.

Links oder rechts, die letzte Entscheidung an diesem Tag. Ich habe eine ungefähre Strecke im Kopf und entscheide mich für rechts.

Erste Schritte, die den Verlauf der nächsten mindestens zehn Kilometer vorgeben. Es geht. Nicht perfekt, aber es geht. Nur 10 Kilometer die Stunde und trotzdem spüre und höre ich die Luft intensiver als sonst. Warm beleuchtete Wohnzimmer ziehen an mir vorbei. Tatort, Captain America, Johnny Cash, Fernsehköche. Alles schon gesehen.

Bereits nach einem Kilometer liegt die Stadt hinter und das nächste Dorf vor mir. Vorbei an einem vorbildlichen Hundefrauchen mit Taschenlampe, Reflektionsweste und Blinki-Hundehalsband. Sie bleibt stehen, ich bedanke mich. Autos stehen an der Ampel, ich renne einfach weiter und biege schließlich in die absolute Einsamkeit ab.

Kälte. Ich habe die schmale Straße durch die Felder kaum betreten, da dringt bereits die Kälte in mein Hightech-Shirt. Stirnlampe an. Die Batterien schwächeln. Egal.

Ich bin allein und gleichzeitig der höchste Punkt hier draußen. Tausend Lichter am Horizont, kilometerweit entfernt, zumindest hat es den Anschein. Ich höre einen Hund bellen. Kurz danach ein wieherndes Pferd. Meine Sinne strengen sich an, alles um mich herum zu erfassen. Jedes Steinchen in meinen Schuhsohlen kratzt laut über den groben Asphalt. Der einzelne Schlüssel, den ich im Schnürsenkel einfädelte klingelt im Takt mit dem klapperndem Reißverschluss meiner hier draußen sinnfreien Reflexionsweste. Beängstigend.

Schritte? War da nicht gerade ein Atmen genau hinter mir? Ich drehe mich um. Nichts. Nichts außer den wild hüpfenden Bildern meiner Phantasie.

Ich laufe etwas schneller weiter. Der Geruch verfaulendem Kohls steigt in meine Nase, ansonsten sind die Felder links und rechts von mir längst leer. Zumindest die ersten zwei Meter, die vom tapferen Schein meiner Lampe hoffnungslos beleuchtet werden.

In einer Hecke leuchten kurz zwei helle Punke auf. Eine Katze? Ein Fuchs? Ein Werwolf? Ich lache. Eine Fledermaus huscht über mich hinweg – wie passend.

Stopp.

Ich bleibe stehen, schalte meine Stirnlampe aus und schließe langsam die Augen. Mein Herz und meine Lungen laufen noch etwas weiter. Ich breite meine Arme aus. Nichts um mich herum, außer dem Wind und die weite Dunkelheit. Herzklopfen. Für einen kurzen Moment ist es absolut still. Kein summendes Insekt, kein geheimnisvolles Rascheln im Gras. Ganz deutlich spüre ich die Drehung der Erde. Ich atme tief ein und aus und genieße. Jetzt bin ich frei.

Nach einer endlosen Minute geht es weiter, ohne Stirnlampe, denn Mondlicht und Lichtverschmutzung reichen meinen Augen aus. Meine Beine tragen mich zurück in die Zivilisation, wieder vorbei an warmen und flackernden Wohnzimmern. Ein Junge hinter dem Fenster sieht mir kurz nach, „du solltest längst schlafen, kleiner Mann“. Lachen in der Kneipe an der Ecke. Zum ersten Mal sehe ich auf meine Uhr, noch drei Kilometer. Ich setze zum Endspurt an.

Autos rauschen hell an mir vorbei, ein Radfahrer überholt mich mühelos. Blaulicht irgendwo vor mir.

Jetzt noch einmal links, rechts und wieder links. Die Schranke der Straßenbahn bleibt oben. Auslaufen. Anhalten. Ankommen.

Ein guter Lauf – ich lächle und bin zufrieden.

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